Die bunte und vielseitige Gefühlswelt deines Kindes – genau richtig, um ein wunderschönes Leben zu erschaffen! 

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Lesezeit: 5 Minuten

Als Eltern fällt es uns leicht, uns mit unseren Kindern zu freuen. Wir lieben es, wenn sie voller blühender Fantasie im Spiel versinken, offen und liebevoll auf ihre Umwelt zugehen, begeistert lernen, selbstbewusst sind und sich für vieles interessieren. Es ist leicht für uns zu sagen: “Ich sehe, wie viel Freude dir das macht.”

Viel anspruchsvoller kann es sein, unangenehme Gefühle unserer Kinder zu begleiten – Gefühle, von denen wir uns wünschten, unsere Kinder hätten sie nicht …. 

Für viele von uns ist es schwer auszuhalten, wenn das eigene Kind traurig, bedrückt, unzufrieden, enttäuscht, schüchtern, ängstlich oder wütend ist. Ja, als Eltern wollen wir unsere Kinder glücklich sehen! Da ist es nur allzu verständlich, wenn wir schwierige Gefühle unserer Kinder am liebsten “wegdrücken” würden – für unsere Kinder, aber auch für uns selbst!

In diesem Artikel erkläre ich dir, warum es so wichtig ist, gerade auch die vermeintlich negativen Gefühle deines Kindes wahrzunehmen. Du erfährst, wie du diese Gefühle kraftvoll begleitest und warum sie für das Glück deines Kindes unabdingbar sind. 

Gefühle wollen wahrgenommen werden

“Das muss dir keine Angst machen!”, “Dafür brauchst du dich doch nicht schämen.“, “Deswegen musst du nicht traurig sein.”, “Ist doch egal, was die anderen sagen.” Mit Sätzen wie diesen leugnen wir unangenehme Gefühle unserer Kinder, versuchen sie ihnen auszureden, verharmlosen sie und geben taktlose Ratschläge.  

Das mag sich richtig anfühlen, wollen wir das Leid unserer Kinder doch nicht noch verstärken, indem wir uns auf ihre unangenehmen Gefühle einlassen. Paradoxerweise tun wir aber genau das: Wir verstärken die schwierigen Gefühle unserer Kinder, wenn wir sie nicht sehen wollen!

Gefühle verschwinden nicht einfach, wenn wir sie unterdrücken oder uns von ihnen ablenken. Sie tauchen nur unter die Oberfläche und graben sich tiefer ein. Irgendwann kehren nicht verarbeitete Gefühle zurück und machen sich auf andere psychische oder auch physische Weise bemerkbar. Je mehr wir ein Gefühl unterdrücken, desto mehr will es raus. 

Und es gibt eine weitere problematische Facette, wenn wir unsere schwierigen Gefühle unterdrücken: Wir verlieren ein Stück weit den Zugang zu unserer Gefühlswelt insgesamt. Flüchten wir vor unangenehmen Gefühlen, verschließen wir uns gleichzeitig vor Gefühlen wie Freude, Liebe, Mut und Begeisterung. 

Gefühle haben keinen Ausschaltknopf. Wir können nicht die unangenehmen Gefühle aus- und die schönen Gefühle einschalten. Unterdrücken wir ein Gefühl, regeln wir quasi alle Gefühle und somit auch unsere Grundstimmung im Alltag herunter. 

Es ist also elementar wichtig für unser Lebensglück, auch unangenehme Gefühle wahrzunehmen und zuzulassen. 

Gefühle deines Kindes liebevoll begleiten

Wenn du deinem Kindern hilfst, eine gesunde Beziehung zu all seinen Gefühlen aufzubauen, legst du damit nicht nur die Grundlage für seine psychische Gesundheit, sondern auch für seine Fähigkeit, sich ein erfülltes Leben zu erschaffen. Denn unsere Gefühle kommen in all unseren Entscheidungen und Handlungen zum Tragen. Und je besser dein Kind seine Gefühlswelt versteht, desto besser kennt es sich selbst und kann seinen einzigartigen Weg gehen. 

Immer für dich da

Es geht nicht darum, immer sofort eine Lösung zu finden, sondern einfach da zu sein und die Gefühle deines Kindes wertfrei zu akzeptieren, anstatt sie zu leugnen, sie zu verharmlosen oder davon abzulenken. Kaum etwas stärkt das Urvertrauen und Selbstwertgefühl deines Kindes mehr, als die Erfahrung, jederzeit angenommen und geliebt zu werden. 

Kinder fangen oft an, ihre Gefühle zu verdrängen oder sich von ihnen abzulenken, wenn sie sich mit ihren schwierigen Gefühlen von geliebten Menschen abgelehnt, bloßgestellt oder ungeliebt fühlen. 

Deshalb zeige deinem Kind: Ich bin für dich da und liebe dich, auch wenn du von schwierigen Gefühlen mitgerissen wirst.  

Verbinde dich mit deinem Kind

Wenn wir von schwierigen Gefühlen mitgerissen werden, fühlen wir uns oft alleine, schwach und klein. Das geht Kindern nicht anders. Wie ein Gegenmittel wirkt es da, wenn wir uns mit anderen verbunden fühlen. 

Wann fühlen wir uns verbunden? Wenn wir merken: Jemand versteht mich und fühlt mit mir. Sobald wir erkennen, dass das, was wir gerade erleben, zutiefst menschlich ist und anderen auch so ergeht, fühlen wir uns verbunden. Und diese Verbundenheit schafft einen wundersamen Raum für Nähe. Einen Raum, in dem wir mehr voneinander erfahren und unsere Beziehungen vertiefen können. 

Vielleicht hilft dir das, die herausfordernden Momente mit deinem Kind aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Du kannst deinem Kind zeigen, dass du es verstehst, indem du seine Gefühle in Worte fasst, z.B. so: “Du bist gerade richtig traurig, weil du so gern weitergespielt hättest.” Gleichzeitig lernt dein Kind dadurch, seine Gefühle selbst in Worte zu fassen und sie so zu verarbeiten. 

Das Gefühl ausdrücken und loslassen

Wenn wir ein Gefühl loslassen wollen, müssen wir es in irgendeiner Weise ausdrücken. Wie wir Gefühle ausdrücken, ist sehr unterschiedlich. Es kann sein, dass deinem Kind ganz andere Ausdrucksformen gut tun als dir.  

Manche Kinder wünschen sich Nähe und wollen darüber reden, andere brauchen Bewegung und wieder andere drücken ihre Gefühle am liebsten kreativ aus. Es gibt kein “Richtig” oder „Falsch“, wenn es darum geht, unsere Gefühle auszudrücken. Finde gemeinsam mit deinem Kind heraus, was ihm am besten hilft, achtsam für sich zu sorgen, wenn es schwierige Gefühle belasten. Es kann sehr hilfreich sein, wenn ihr eine Sammlung von Ideen erstellt, was es tun kann, wenn es sich emotional überwältigt fühlt. 

Die Botschaft erkennen

Alle Gefühle haben eine Botschaft und positive Absicht. Wenn dein Kind lernt, diese Botschaften und Absichten zu verstehen, kann es seine Gefühle für sich nutzen. Es wird sich selbst immer besser verstehen und herausfinden, was es braucht, um im Einklang mit seinen Bedürfnissen zu leben.  

Es lohnt sich daher sehr, mit deinem Kind zu erkunden, worauf seine Gefühle es aufmerksam machen wollen. Findet heraus, was sein Gefühl ihm sagen will und überlegt gemeinsam, wie es damit umgehen will und was es seinem Gefühl vielleicht antworten möchte.

Wie geht es dir?

Schwierige Gefühle deines Kindes zu begleiten, kann sehr anspruchsvoll und erschöpfend sein. Frage dich daher im Nachgang, wie es dir geht und wie du dir nun etwas Gutes tun kannst.

Deine Katharina

Die Vision hinter Milamari ist einfach, aber tiefgründig:

„Gemeinsam schaffen wir eine liebevolle Umgebung, in der die ganze Familie wachsen und aufblühen kann. Weil die Liebe und der Frieden in unseren Familien, Liebe und Frieden in diese Welt bringt!“

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